Bled 2018

GebirgsflugtrainingslagerdesDr. Angelika Machinek Förderverein Frauensegelfluge.V.inLesce/Bled 2018Es ist Sonntag, der 22. April 2018 um 9:00 local auf dem Flugplatz Lesce/Bled imnordwestlichen Slowenien, unweit der Grenze Österreichs. Rund14Pilotinnen bauengemeinsam mit Helfern undTrainernunter strahlendem Sonnenschein die Segelflugzeugeauf, die sie in der folgenden Woche im Rahmen des Gebirgsflugtrainingslagers des Dr.Angelika MachinekFördervereinFrauensegelfluge.V.(AMF)durch die Ostalpen tragenwerden.Dieses Jahrsind derJanus AM2 des AMFs, die beiden Duos BW1 und BW4desFördervereins für Strecken-und WettbewerbssegelflugBaden-Württemberg,sowie derDuoDiscus der Segelfliegergemeinschaft Backnangfür das Doppelsitzertrainingdabei.Eingroßes Dankeschön an die Vereine dafür, dass sie besonders den Gebirgsneulingen dieDoppelsitzerzur Verfügung gestellt haben!Von der Terrasse des Flugplatzrestaurants hat man einen einmalig schönen Blick auf die inStartreihenfolge aufgestellten Flugzeuge vor dem Panorama des Ortes Lesce mit seinemmarkanten Kirchturm und den beeindruckenden Bergen im Hintergrund.Auf den Tischenliegen die ICAO-und Panoramakarten von Slowenien und Österreich neben denCappuccino-Tassen. Wir sitzen in unserenkleinen Teams drum herum und bereiten uns aufdie anstehenden Flüge vor.Was für ein Wetter ist heute zu erwarten? Was macht der Wind?Wie sieht unsere grobe Streckenplanung aus? Welches Lernziel setze ich mir für denheutigen Flug? Sind die Funkfrequenzen notiert?Dann geht es endlich los. Die slowenischen Schlepppiloten schleppen uns dicht an denBegunjscica(„Begu“) heran und wir klinken in ca. 1500m AMSL aus. Es steigt, wir kreisenvorsichtig ein: Nase hoch, mit dem Seitenruder abstützen, den Kreis einbisschen verlagern,wieder eng rum.Die Trainer suchen ihre Trainees zusammen und wir fliegen im Hangwindab Richtung Hochstuhl („Stol“). Die Karawanken verlaufenungefährin Ost-West-Richtungauf der slowenisch-österreichischen Grenze, weshalbsichdie Flugrouten zumindest anfangsimmer sehr ähneln. Wir erreichen den Wurzenpass, können den Dobratsch mit seinemmarkanten Sender ausmachen. ImTalliegt der Flugplatz Nötsch, den wir uns von obenansehen. Aber auch von unten soll es wohl ganz nett dort sein (Außenlandung ;))…Es gehtweiter Richtung Lienz.In den Bergen zu fliegen erfordert viel Konzentration, besonders bei schwachem Wetter undniedriger Basis mit vielen Flugzeugen am Berg zu achtern oder zu kreisen ist zunächstgewöhnungsbedürftig, besonders fürFlachlandfliegerinnen wie mich.Die Trainer gebenihreErfahrung und Wissen an uns weiter, sammeln ggf. Pilotinnen wieder ein und korrigierenFlugstile. Mit jedem Flug gewinnen wir mehrSelbstvertrauenund Sicherheit in derGebirgsfliegerei.DieAussichtauf dieAlpen istunbezahlbar und egal wie gut die Qualität derHandykamera auch sein mag, diesen einzigartigen Blick aus dem Cockpit kann kein Foto inder Form wiedergeben. Ebenso besonders ist dieses Gefühl, am Hang entlang immer höherzu steigen, bis man mehr und mehr und immer weiter über den Gratblicken kann.Segelfliegen ist doch einfach wunderschön.Je nachdem wie weit die Zeit mittlerweile fortgeschritten ist,drehen wir an manchen Tagenum und fliegen wiederzurückRichtung Osten.Einmal bekommen wir aber die Möglichkeit,unseren Sauerstoff anzuschalten und den Großglockner von Nahem zu betrachten.Die Basisist grade hochgenug, auf dem Hinwegwerden wir ein bisschen nass unter kleinen Schauern.Auf dem Rückweg,beim Überquerender Lienzer Dolomiten,geben wir allerdings Gas undtauchen unter den Wolken durch. Wir fliegen noch den beeindruckenden Triglav anundlassen uns von den ruppigen und engräumigen Auf-und Abwinden durchschütteln.Insgesamt gewinnen wir aber an Höhe und gleitenzurück nach Lesce.Ein paarandereTeams findenan dem Tagsogar den Einstiegin eineschwacheSüdwelleüberdem Tal amFlugplatzund weiter Richtung Wurzenpass.Alskleinen,krönendenAbschlussdrehen wirnoch eine Ehrenrunde über den Bleder See mitseinem Schloss auf derInsel,bevor es dann in die Platzrunde und zur Landung geht. Es istwenig verwunderlich, dasswirPilotinnen nach solchen Flügen, Erlebnissen und Eindrückenmit einem breiten Lächeln aus dem Flugzeug steigen.Wir haben dasGlück, sechs von sieben Tagen (mit einem etwas schwächerenHangflugtrainingstag) in dieser Form fliegen zu können!Am Ende stehen im olcca. 17.585Kilometer, undvieleStunden, sodass jede Teilnehmerin auf ihre Kosten gekommen ist.AmDonnerstag, den wirmorgens schon neutralisieren, bekommen wir in Vorträgen derTrainer und durch Kurzreferate einiger Teilnehmerinnen noch mehr kompakten theoretischenHintergrund über Meteorologie, Wellen, Streckenflug im Allgemeinen, Gebirgsfliegerei,Sauerstoff in der Höhe undpersönliche undmentale Fähigkeiten der Pilotenvermittelt.Nachmittags erkunden ein paar Leute unserer Gruppe dieHauptstadt Ljubljana,wiederandere schauen sich den Bleder See vom Boden aus an. Der Rest der Gruppe wandert denHausberg hoch bis zuderkleinen Kapelle, wo wir für den mühseligen Aufstieg mit einemwunderschönen Ausblick und einem kühlen Union Radler belohnt werden.Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass es eine großartige Wochemit einersuperGruppevon ganz unterschiedlichenPilotinnen war. Es war eine schöne Gelegenheit, mit so vielenlieben undflugbegeisterten Frauen eine Woche in der Luft zu verbringen!Der FlugplatzLesce/Bled bietet alles,was sich ein Fliegerherz wünscht, auch Dank destollen EinsatzesundderOrganisationder Slowenen.Vielen Dank an alleHelferund Rückholer, ohne die der Flugbetrieb nicht so reibungslosmöglich gewesen wäre.Und ein ganz besonderes Dankeschön für die Organisation und den unglaublichen Einsatzals Trainer für uns an Walter Eisele, HansObermayer, Albert Kießling, Veit Layer, LisaScheller, UteBaranowskiund Christina Keil.Bericht von Svenja Holste

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